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Tracks mit Feist, Holy Fuck, The Undertones u. a.

02.02.2023 von 12:00 bis 13:00
Im 2008: Tracks auf Arte nicht mehr am Donnerstag sondern immer freitags. Die schönste Stimme der Welt: Feist / Die lärmigste Band der Welt: Holy Fuck aus Toronto / Die beste Band der Welt: Die Kultband "The Undertones" / Der chaotischste Film der Welt: "UPA" aus Argentinien / Vom Museum auf die Straße. (1): Die schönste Stimme der Welt - Feist Die schönste Stimme des zeitgenössischen Pop kommt von Leslie Feist. Die 31-jährige Kanadierin ist den ewigen Indierock-Kritiker-Bestenlisten souverän entwachsen und zum Popstar gewachsen. Feist vereint die selbstbewusste Kantigkeit der jungen Patti Smith mit der Emotionalität einer Nina Simone. Als Teenagerin rotzte sie sich mit ihrer Schülerinnen-Punkband bis ins Vorprogramm der Ramones. Mit 19 hatte es sich aber ausgekrächzt - der Arzt verbot ihr das Singen. Also arbeitete sie als Jeans-Verkäuferin in einer düsteren Mall in Toronto. Doch sie konnte es nicht lassen. So kehrte sie wenig später als Chrom-Rohre leckender Sidekick von Electroclash-Furie Peaches auf die Bühne zurück und tourte mit dem Musikerkollektiv Broken Social Scene. Und überraschte schließlich mit zwei sensationellen Solo-Platten: "Let It Die" (2004), mit elegant verhuschtem Disco-Plüsch, und "The Reminder" (2007), dem zartbitteren Beststeller-Album über moderne Melancholie und alltägliche Unentschlossenheiten. Das Porträt einer Verwandlungskünstlerin. (2): Die lärmigste Band der Welt - Holy Fuck aus Toronto Noch nie war Lärm so tanzbar wie bei Holy Fuck. Und noch nie hat eine elektronische Experimentalband das Publikum derart gerockt wie Holy Fuck. Eigentlich kommen die beiden Vollbärte Graham Walsh und Brian Borcherdt aus der Metal Musik. Dessen brachiale Noise-Orgien versuchten sie spaßeshalber auf Schrott-Synthesizern zu simulieren. Zu dem Ergebnis sagten ihre Freunde nur: "Holy fuck". Und schon hatte das Projekt seinen Namen. Mit der Zeit kristallisierten sich Melodien aus der Lärmsuppe, zum Teil sogar richtige Songs. Holy Fuck klingt nun wie eine Mischung aus altem hypnotischen Krautrock, treibenden Punk-Funk und neuester Brachialelektronik. Ihrer ursprünglichen Produktionsweise aber blieben sie treu: Aus allem, was irgendwie Töne macht, basteln sie ihre Musik.