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BABYSHAMBLES (UK)

28.01.2008 19:00 bis 29.01.2008 03:00
DER GESTÜRZTE PRINZ VON LONDON

Ja, das neue Album erinnert schon ein wenig an den Vorgänger, und  ja, es ist keine leichte Kost. Aber der Sound ist um einiges melodiöser und auch nicht mehr so schief und abgehackt wie zuvor. Petes Gesang klingt immer noch, als stünde er völlig neben sich und kämpfe mit letzter Kraft darum, sich an den Text zu erinnern. Wahrscheinlich ist diese Vermutung gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt. "Carry On Up The Morning" klingt noch ziemlich typisch nach Babyshambles, auch wenn schon hier viel mehr Melodie drin ist als gewohnt. Richtig auffällig wird es bei "Delivery", der Song geht sofort ins Ohr und weigert sich für geraume Zeit, wieder daraus zu verschwinden. Natürlich kommt der Sound immer noch leicht schief und abgehackt daher wie bei "Side Of The Road". Allerdings sind diese Brüche nicht mehr so ausgeprägt, was Petes Stimme in keiner Weise untergräbt, im Gegenteil, sie tritt dadurch sogar noch stärker in den Vordergrund. Inhaltlich scheint sich die Trennung von Kate Moss schon in den Songs niedergeschlagen zu haben, geht es doch viel um Liebe und den damit verbundenen Kummer. "Yeah you said that you love me, why don't you fuck off? Anyone would think that you own me, you're ripping me off " auf "UnBiloTiteled" klingt verdammt nach verletztem Stolz. "And tell me how could I let go, since I caught a glimpse of your immense soul" sich bei "There She Goes" hört sich dagegen schon verdächtig nach Liebeskummer an. Es verwundert, dass der Sound so nach Swing klingt, mit einem Pete, der im Refrain richtig nach oben singt. Zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, trotzdem richtig gut. In "Lost Art Of Murder" schließt Pete wohl halbwegs mit dem Thema ab, scheinbar in einer Art Selbstgespräch, das mit der Erkenntnis endet, dass er sein Leben ändern sollte. Keine schlechte Idee, dann stünden vielleicht auch nicht mehr seine Drogengeschichten und anderen Skandale im Rampenlicht, sondern die Musik. Verdient hat sie ein wenig mehr Aufmerksamkeit allemal. Insgesamt ist eine deutliche Entwicklung auf der Platte zu hören. Der Sound ist harmonischer, die Instrumente sanfter, dabei aber keineswegs langweilig oder angepasst. Es sind immer noch die Babyshambles und es ist immer noch Pete, der immer noch so klingt als sei er leicht weggetreten.

Aber gerade das macht den Charme aus. Scheint es, als könne er sich mit Müh und Not an den Text erinnern, trägt er diesen dann aber doch mit so viel Gefühl vor, dass es unmöglich ist, sich davon nicht berühren zu lassen.

www.babyshambles.net

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