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Shout out louds - Weekendtip!!

27.01.2008 18:30 bis 28.01.2008 16:50
Von Vorurteilen sind wir alle nicht frei und bei folgender Bandgeschichte könnte man auf so manche Klischees neidisch mit dem Finger zeigen. Vier junge Männer und eine hübsche Blondine treffen sich an der Kunstakademie, um später gemeinsam Musik zu machen. Shout Out Louds heißen die Glückspilze und kommen natürlich aus dem Land, wo u.a. Mando Diao und The Hives sich "Godnatt" (schwed. Gute Nacht) sagen. Schweden ist die unaufhaltbare Popindustrie mit Hype-Garantie.

Die erste EP (100°) wird 2003 veröffentlicht. Die Band tourt quer durch Schweden und Skandinavien, um ihre Indie-Folk-Popmelodien übers ganze Land zu verstreuen. Jetzt gibt es auch genug Material für einen Longplayer und mit diesem wagen sie den ersten Sprung nach Amerika.

2005 erscheint das Debüt "Howl Howl Gaff Gaff" zunächst in Nordamerika und Japan bis es im Spätsommer auch endlich in deutschen Regalen steht. Eine schwedische Rebellion mit melodischen Folk-Pop-Hymnen. Als Vorband der Magic Numbers oder Kings Of Leon begeistern sie nun auch den europäischen Markt. Trotz Major Deal behalten die freundlichen Schweden den Boden unter den Füßen und arbeiten fleißig an neuen Songs. Die Single "The Comeback" weckt Hoffnung auf eine freudige Rückkehr, die "Our Ill Wills" (2007) aufs Angenehmste erfüllt.

Der Opener auf ihrem zweiten Longplayer "Tonight I Have To Leave It", gleichzeitig die erste Single, verspricht viel. Fröhlicher Indiepop mit jeder Menge Percussion animiert zum barfüßigen Hüpfen auf mit Gänseblümchen übersäten Wiesen. In der Folge zelebrieren die Shout Out Louds allerfeinste Popmusik zwischen bittersüßer Melancholie und sprühender Lebensfreude.

"Let's sail away to the beaches of Normandy", fordert Olenius, und man möchte trotz Unkenntnis seiner Segelkenntnisse sofort mit ihm Kurs nehmen auf Nordfrankreich. Was kann einem schon passieren, wenn man so wunderbare Musik an Bord hat? Von den geschichtsträchtigen Stränden am Ärmelkanal geht es weiter nach "South America". Der quasi-Titeltrack ist ein leisetreterisches Instrumental, das in das großartige "Time Left For Love" überleitet.

"Meat Is Murder" ist, wenn auch keine Coverversion, sicherlich ein gezogener Hut vor Morrissey und seinen großen Smiths. Ein akustischer Zweiminüter zum Niederknien, bevor das siebeneinhalb Minuten lange "Hard Rain" mit seinem lieblichen Backgroundgesang und der hypnotischen Gitarre den Hörer ganz sanft rauswirft.

"Our Ill Wills" betört, lässt träumen, weckt Hoffnung. Auf einen Sommer, in dem man auf Festivals im Gras liegend perfekte Momente erlebt. Oder auf einen schönen Abend zuhause.


www.myspace.com/shoutoutlouds


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